Familienausflug zum LIDOMA IX

„Never Say Never Again“ ist nicht nur der Titel eines James Bond Films aus dem Jahre 1983 mit dem von mir sehr geschätzten Sean Connery, nein, dieser Satz kann auch als mein Ausspruch gelten. Da habe ich doch vor geraumer Zeit beschlossen, wettkampfmäßig nicht mehr Langdistanzen zu laufen. Und dann kam der der 6-Std-Lauf in Münster, bei dem es mir gelang, fast 30 Kilometer unter meine Laufwerkzeuge zu nehmen. Hinzu kommt, daß meine Tochter Anke nach langer Abstinenz auch wieder laufend unterwegs ist. Und wie sie läuft. Sie hat sich, nachdem sie in Münster über 45 Kilometer zurückgelegt hat und bei zwei Halbmarathonläufen eine vorzügliche Leistung erbracht hat, spontan zum LiDoMa IX angemeldet. Nicht wissend, wann und vor allem wo, in welcher Location, Frank die Teilnehmer diesmal starten lassen will. Und da wirst Du als Vater gefragt, willst Du nicht auch mitlaufen? Kann ich da nein sagen? Die beste Ehefrau der Welt wird eingeweiht. Wird sie sich meinem Herzenswunsch widersetzen? Natürlich nicht, denn sie weiß, wie wichtig mir das laufen ist.

Zwei LiDoMas musste ich leider aussetzen, jetzt ist die Gelegenheit da, wieder mitzulaufen.

Und hat es das schon mal beim LiDoMa gegeben, dass zwei Generationen aus einer Familie an den Start gehen? Klar, Ehepaare wie Martina und Joachim Krause aus Lünen sieht man öfter beim LiDoMa. Aber Vater und Tochter? Ich glaube nicht, aber Frank weiß das natürlich viel besser und wird mich korrigieren, falls ich falsch liege.

Also ist das ein Grund, sich sofort nach Öffnung der Anmeldung eintragen zu lassen, wissend, daß der LiDoMa immer Ruck-Zuck ausgebucht ist. Diesmal ist es genauso, Frank meldet am 15. März, einen Tag nach Meldebeginn:

Die Anmeldung ist wieder geschlossen. Ihr seid der Hammer. In nur knapp 24 Stunden sind alle Startplätze vergeben. Nun ist Schluss. Der LIDOMA soll klein und familiär bleiben. WIR SIND VOLL!!! Nix geht mehr!

Also, richtig gehandelt. Damit haben Anke und ich einen Startplatz sicher.

Eine zweite Überlegung treibt mich um: ich möchte gerne mehr Kilometer laufen als beim 6-Std-Lauf, meine Leistung toppen. Ob das gelingt, steht auf einem ganz anderen Blatt, zumal mich bekanntermaßen einige Wehwehchen plagen. Ist eben so, wenn du älter wirst, da musst du durch.

Und noch ein dritter Aspekt zieht mich zum LiDOMa: Ich will endlich mal wieder meine Lauffreundinnen und –freunde treffen, die ich ob meiner Wettkampfzurückhaltung geradezu schmerzlich vermisse. Die Meldeliste liest sich wie das who ist who meines Freundeskreises.

Last but not least faszinieren mich immer wieder die von Frank exzellent und vorbildlich organisierten und von ihm und seiner Crew durchgeführten Läufe.

All diese Faktoren sprechen für ein Teilnahme-Muss. Als bekannt wird, daß Frank nach dem Phönixsee in Dortmund und der Jahrhunderthalle in Bochum wieder eine Industriefläche, nämlich die Zeche Zollverein in Essen, als Location ausgesucht hat, kennt meine Freude (fast) keine Grenzen.

Für mich als Kind des Ruhrgebietes sind Industriegelände jedweder Art ein Stück Geschichte, Heimat. Hier bin ich groß geworden zwischen  Fördertürmen und Hochöfen. Hier haben wir im Dreck gespielt, sind hingefallen, haben geweint und gelacht und sind gesund aufgewachsen.

Die Zeche selbst, und damit genug der Reminiszenz,  wurde im Jahre 1986 stillgelegt. Wikipedia schreibt zur weiteren Entwicklung:

Die Ernennung zum UNESCO-Welterbe 2001 war der Beginn für den weiteren Ausbau des Geländes: Der Architekt Rem Koolhaas entwickelte mit seinem Rotterdamer Office for Metropolitan Architecture 2001/2002 den Masterplan für die Umgestaltung des Standortes in einen lebendigen Kultur- und Wirtschaftsstandort.

Aber wie soll nun mein Training gestaltet sein? Lange Vorbereitungsläufe kann ich nicht durchstehen. Dafür mehrere kleinere Einheiten auf die Woche verteilt? Ja, so kann, nein muss mein Vorhaben realisiert werden. Was heißt aber schon kleine Einheit? Max. 25 Kilometer am Stück kann ich schaffen, deshalb aktiviere ich wieder einmal meinen Trinkrucksack mit seinem Fassungsvermögen von ca. zwei Litern.

Mein Training manifestiert sich in 3-4 Wocheneinheiten. Dienstags und freitags ist Lauftreff mit meiner Frauengruppe, und 2x muss ich eben allen laufen.

Zwischendurch lasse ich meine Muskulatur immer wieder von Max, dem Kneter, weich und elastisch drücken. Ihm gebührt auch ein großes Dankeschön, dass ich überhaupt meine Laufwerkzeuge wieder einsetzen kann.

Anke läuft sowieso in ihrer eigenen Welt. Ohne mich. Ich würde sie eh nur zweimal bei einer Laufeinheit sehen: Am Start und im Ziel.

Der Tag des LIDOMA IX, der 2. Juli 2017, ist endlich da. Frohgelaunt fahren wir nach Essen zur Zeche Zollverein, wobei uns der genaue Ort des Geschehens unbekannt ist. Das Zechenareal entpuppt sich nämlich als ein riesiges, unüberschaubares Gelände, bei dem etliche Straßennamen nach der Neustrukturierung des Geländes noch nicht in das Navigationssystem eingepflegt sind. Zu frisch sind die Umbauarbeiten, sodaß die Namensgebung hinterherhinkt. Zum Glück hat Frank eine kurze Wegbeschreibung auf Ankes Handy geschickt, aufgrund derer wir den Veranstaltungsort gut finden.

Einige Aktive sind – neben Frank und seinen Helfern natürlich – bereits vor Ort. Es gibt herzzerreißende Begrüßungsszenen genau wie mit den nach und nach eintreffenden Teilnehmern. Man kennt sich, ist eine große Gemeinschaft, ja fast schon eine Familie. Ich freue mich über das Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten. Fast die Hälfte der Teilnehmer kenne ich.

Es wird viel gelacht und geredet, Entspannung pur, keine Nervosität wie z.B. bei großen Stadtmarathons.

Anke fühlt sich sichtlich pudelwohl. Warum trägt sie denn statt der Startnummer  einen Fuß mit 3 Zehen? Hm, geheimnisvoll!

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Um 9 Uhr startet Frank das ca. 80köpfige Teilnehmerfeld. Vorne geht sofort die Post ab. Ich starte von einer hinteren Position. Wir wissen, daß für die Marathonstrecke insgesamt 12 Runden zu laufen sind. Das bedeutet, 12 x auf einem Kurs um die Relikte und Hinterlassenschaft unserer Industriegeschichte herumlaufen.

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Neben mir läuft Reiner, ebenfalls ein guter Freund. Wir treffen uns nicht allzu oft, allein schon wegen der Entfernung unserer Wohnsitze. Deshalb freut es mich umso mehr, mit ihm gemeinsam den Lauf zu beginnen.

Wir laufen in einem für uns angenehmen Tempo ohne Zeitdruck und Streß. Daß wir lange Zeit die „rote Laterne“ tragen, ist uns völlig wurscht. Frank wäre nicht Frank, und der LIDOMA wäre ohne Würze, gäbe es da nicht einige verzwickte Stellen in Form von Treppen, die uns das Leben, genauer das Laufen erschweren. In der ersten Runde kommen wir problemlos hinauf, aber mit zunehmender Kilometerzahl wird es schwieriger.  Reiner und ich haben jedoch soviel Gesprächsstoff, wir könnten allein deswegen unendlich weiter laufen. Belastung und Anstrengung plaudern wir weg.

Nach wenigen hundert Metern in jeder Runde verlassen wir den geräumigen und gut zu laufenden Rad-/Fußweg, um ein Stück geschotterte Strecke zu durchlaufen. Du hast das Gefühl, dass die Schienen zwar entfernt sind, der Schotter hingegen liegenbleibt. Unangenehm für meine Knie, Reiner hat ähnliche Probleme. Und genau auf diesem trailigen Abschnitt finden natürlich Überholvorgänge statt. Du weißt gar nicht, wo Du hintreten sollst.

Entlang einer stillgelegten, asphaltierten Bahntrasse, auf dem Gelände befinden sich noch jede Menge Eisenbahngleise aus früherer Zeit, nähern wir uns einigen Highlights der „neuen“ Zeche. Du kannst  hier Führungen buchen und viel Zechengeschichte er- und durchleben. Sogar eine kleine gummibereifte Bimmelbahn fährt Familien mit Kindern für kleines Geld zu den Attraktionen. Gastronomie ist ebenso angesiedelt wie ein Andenkenshop und ein Museum.

Bald überrundet uns der Gesamtführende. Wenig später laufen die nächstplatzierten Läufer auf und sausen an uns vorbei. Wann kommt die erste Frau? Wie weit ist Anke gekommen? Es dauert eine kleine Weile, dann nähert sich die 1. Frau. Anke ist es (leider) nicht, aber sie liegt an zweiter, dritter Stelle mit Tendenz nach vorne.

Nach jeder Runde trinken wir ausführlich und essen von den Köstlichkeiten, die Frank uns anbietet. Dabei bedienen uns wie bei jedem LIDOMA Tatjana, Reiners Freundin, und Monika, eine gute Freundin nett und aufmerksam mit allerlei Köstlichkeiten. Hier erhalten wir auch die neuesten Nachrichten zum Stand des Rennens, insbesondere zu Anke.

Wenn Du nun denkst, „ach, das ist ja langweilig, immer die gleiche Runde, und das maximal 12 Mal“, muss ich Dich eines Besseren belehren. Es ist wunderbar, ich fühle mich pudelwohl, freue mich, mit vielen Freunden laufen zu können.

Und noch schöner, ich erfahre zwischendurch, dass Anke nunmehr die Frauenwertung anführt. Ob es letztendlich zum Gesamtsieg reicht, wird sich zeigen, denn gerade beim Marathon gibt es viele Unwägbarkeiten. Du kannst umknicken, überpacen, Seitenstiche oder Atemnot bekommen, kurzum, der Ausgang des Rennens ist zu diesem Zeitpunkt völlig ungewiß.

2017-07-03-PHOTO-00001767Reiner signalisiert mir, nach 6 Runden, also Halbmarathon, aufhören zu wollen, denn das ist seine Wunschdistanz für heute, länger möchte er nicht laufen. Ich werde mich erst nach den 6 Runden zum Weiterlaufen oder Aufhören entscheiden. Derzeit fühle ich mich wohl, die Knie zwicken leicht, aber das bin ich gewohnt, damit kann ich gut leben und bin keineswegs beeinträchtigt.

Nach besagten 6 Runden, wir laufen zwischen 25 und 31 Minuten pro Runde, und einer Zeit von 2:47 Std. finisht Reiner, während ich spontan beschließe, weiterzulaufen.

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Da passt es gut, dass zu diesem Zeitpunkt Daniela mit mir am Versorgungspunkt Energie tankt und eine Runde mit mir laufen möchte. Auch wir sind  eine Ewigkeit nicht mehr gemeinsam unterwegs gewesen, wir haben reichlich Gesprächsstoff.  Wir bewältigen erneut den die ersten Meter um die historischen Zechengebäude und tasten uns über die Schotterpiste in den nunmehr von vielen Spaziergängern, Radfahrern und Museumsbesuchern bevölkerten Bereich der Zeche. Vorsicht ist geboten, zumal meine Aufmerksamkeit mit zunehmender Laufdistanz doch abnimmt. Daniela hat den LIDOMA bereits gewonnen, das war in Faule Butter. Heute hat sie keinerlei Siegesambitionen, sie will mitlaufen und wie ich den Lauf genießen.

In einer der vielen Runden treffe ich Anke am Versorgungsstand. Ihre Wade zwickt, sie ist skeptisch, ob sie die volle Distanz laufen kann. Aber sie hat den Willen und auch die Kraft und das Stehvermögen, ihr Tempo beizubehalten und den LIDOMA durchzulaufen.

Puh, 7 mal bin ich nun um und durch das Zechengelände gelaufen, habe die 38 Treppenstufen genau so oft bewältigt, zugegeben, mehr im Gehen, und stehe nun vor der Entscheidung, nach ordentlicher Versorgung durch Tatjana und Monika: Weiterlaufen, ja oder nein. Frank, der übrigens in zünftiger Bergmannkluft und sogar mit Staub im Gesicht, die Aufsicht führt und penibel darauf achtet, dass seine Töchter korrekt die Runden der Teilnehmer zählen, zwinkert mir zu nach dem Motto, komm, Du kannst nicht weiter, Du schaffst das. Was soll ich machen? ich befolge Frank’s aufmunterndes Zwinkern und laufe weiter. So einfach ist das. Ich weiß, daß ich an meine Grenzen komme, so viele Kilometer bin ich seit Münster nicht mehr gelaufen. Es gelingt, mir weitere Körner zu mobilisieren.

Edith, eine Lauffreundin unseres LWT, besucht uns, eine kurze Begrüßung mit Umarmung versteht sich, dann weiter. Sie will die Strecke entlang gehen und Fotos von uns knipsen.

Nebenbei wird mir gesagt, daß Anke, die mich inzwischen mehrfach überrundet hat, nunmehr die Frauenwertung anführt, da ihre Konkurrentin Maike nach Halbmarathon aufgehört hat. Wie sie mir später sagt, reicht ihr diese Distanz, Marathon möchte sie nicht (mehr) laufen.

Ich bewege mich nunmehr in einen Geh-/Laufrhythmus, freue mich über jeden Meter, den ich nahezu problemlos zurücklegen kann.

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Nachdem ich mich die Treppenstufen wieder einmal hochgewuchtet habe, überrascht mich Edith. Sie erwartet mich, bevor ich wieder in ein flaches Teilstück laufen kann. Unschwer ist rechts der steile Anstieg (Steigerweg) zu erkennen, während links der fast flache Weg (Knappenweg) weiterführt. Selbstredend entscheid ich mich immer für den altersgemäß flachen Weg. Frank hat auch an alle Schwierigkeitsgrade gedacht.

Klar, sie knipst mich. Hier habe ich gut 28 Kilometer auf dem Tacho.

 

Mit Erreichen des Start-/Zielbereiches und der Versorgungsstation habe ich fast so viele Kilometer zurückgelegt wie beim 6-Std-Lauf in Münster. Soll ich noch einmal den Kurs ablaufen? Wieder zwinkert mir Frank zu, was ich als Aufmunterung verstehe. Also mache ich mich noch einmal auf den Weg.

 

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Anke macht während des gesamten Rennens eine gute Figur. Sue kann sogar lächeln, auch wenn kein Fotograf in der Nähe ist.

 

 

 

 

 

Zwischenzeitlich erfahre ich, daß Anke nunmehr tatsächlich die Spitzenposition bei den Frauen hält und ihr somit der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen ist.

 

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Noch einmal kommt mir Edith auf dem eckigen und v Kurs entgegen. Ich muß jetzt doch kämpfen, wo sind meine restlichen Körner? Keine mehr da. Doch ich will diese Runde noch schaffen, mehr als 30 Kilometer am Stück bin ich ewig nicht mehr gelaufen. Und jetzt besteht die große Chance, diese Marke zu knacken.

 

 

 

Ein letztes Mal laufe ich durch den Eventbereich, eine Bühne für eine Veranstaltung ist bereist errichtet, nein nicht für mein Finish. Noch einmal die Treppen hinauf, eine stark befahrene Straße ordnungsgemäß auf dem Zebrastreifen überqueren, durch das Eingangstor auf das Zechengelände, ich bin fast da, bin für mich im Ziel. Bleibt nur noch die nicht enden wollende lange Zielgerade mit ihren gefühlten 100 Kilometern zu laufen, dann sehe ich den Zielbereich, meinen Zielbereich. Ich laufe über die markierte Linie, werde herzlich begrüßt, auch von Anke, die, und das steht fest, tatsächlich zum ersten mal in ihrem Leben eine Gesamtwertung der Frauen bei einem Marathon gewinnt.

Klar, wir sind überglücklich, sie über den gefinishsten Marathon, ich über den gefinishten Ultrahalbmarathon in 4:31.

Die Siegerehrung gestaltet Frank sehr nett und angemessen. Die drei Erstplatzierten bekommen einen Kohlepokal, und Siegerin und Sieger werden zusätzlich mit einem Lorbeerkranz versehen. Und Ankes Zeit kann sich durchaus sehen lassen: 4:07 Std. stehen auf dem Tacho. Und das bei dem Kurs.

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„Kumpel“ Frank bei der Siegerehrung der Frauen

Wir werden wohl noch viel von Anke erleben. Als nächstes will sie den Marathon in Münster unter die Laufwerkzeuge nehmen. Wir werden sehen.

Wolfgang Seebacher

 

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Familienausflug zum LIDOMA IX

Neujahrslauf 2017 am Phoenixsee

 

 

Zweiter Versuch am 15. Januar

Wie geht es nun weiter? Steht am Montag die Entscheidung für einen neuen Termin? Ist dieser kurzfristig anberaumt, zumal ja auch viele Entscheider wie die Stadt Dortmund und zahlreiche Helfer wie Zeitnahme und Versorgung einbezogen werden müssen?

Fragen, die aber am Montagnachmittag beantwortet sind. Der Veranstalter läßt uns auf Facebook wissen:

Liebe Läufer,

wie angekündigt melden wir uns heute um euch ein Update zu geben. 

Dank der guten und schnellen Kommunikation mit der Stadt Dortmund können wir schon heute den nächsten Sonntag, 15.01.2017, als Ausweichtermin festlegen. Der zeitliche Ablauf bleibt gleich (Startschuss: 09:30 Uhr).
Auch in diesem Zuge wollen wir uns noch bei unseren Zulieferern und Partner bedanken, die es uns erst ermöglicht haben einen schnellen Ausweichtermin festzulegen. Aufgrund der Jahreszeit ist immer mit Schnee und Eis zurechnen, wir hoffen jedoch das der Wettergott auf unserer Seite ist und wir die Veranstaltung planmäßig durchführen können.

Solltet ihr am Ausweichtermin nicht können und habt ein T-Shirt dazu bestellt, könnt ihr dieses bei Laufsport Bunert (Kaiserstraße 22, 44135 Dortmund) ab dem 16.01.2017 abholen.

Bei weiteren Unklarheiten wendet euch bitte an folgende E-Mail-Adresse: fragen@dortmunder-neujahrslauf.de 

Liebe Grüße,
Euer Neujahrslauf-Team

Ok, die drei Damen und ich schließen sich kurz. Wird schon klappen. Oha, Mareike, ausgerechnet Mareike, die sich für uns so engagiert hat, muss, sofern sie keinen Ersatz findet, am Sonntag arbeiten. Das ist für unsere Gemeinschaft natürlich suboptimal, zumal wir ihre lockere und umgängliche Art sehr schätzen. Sie will alles versuchen, um noch starten zu können.

Am Dienstag ist noch einmal Probetraining angesagt. Zu prüfen ist, ob ich innerhalb der Karenzzeit eine vierte Runde beginnen kann. Ja, ich schaffe es. Und am Freitag läuft unsere kleine Gruppe mit Karola, Petra und Mareike noch einmal ein „Kurzstrecke“ (für mich ca. 7 KM). Blöde ist nur, dass Mareike keinen Ersatz für ihre Arbeit findet und auch niemand bereit ist, die Startnummer zu übernehmen. Somit wird sie nicht mitlaufen können.

Das Wetter hält sich die Woche, abgesehen von geringfügigem Schneefall, so dass dem Lauf nichts im Wege steht.

Karola erklärt sich dankenswerterweise bereit, Petra und mich zum See zu fahren. Wir wollen angesichts der beengten Parkverhältnisse bei einem großen Event frühzeitig vor Ort sein. Das funktioniert auch ganz gut, wir ergattern einen günstig gelegenen Parkplatz. Der Weg zum Wettkampfbüro ist heute auch noch ziemlich glatt und mit Eisinseln übersät. Noch ist wenig los, das wird sich aber in Kürze rapide ändern. Startnummer und Erinnerungsshirt abholen, kein Problem.

Es ist lausig kalt, deshalb halten sich viele Teilnehmer in der Bäckerei eines Sponsors auf. Hier ist es mollig warm, aber auch nicht ungefährlich. Denn sobald Du ins Freie trittst, kriecht die Kälte rasch in die Kleidung. Ich bleibe deshalb meist „Outdoor“, um mich noch ein wenig vor dem Start abzuhärten. Mit einigen Freunden und Bekannten führe ich entspannte und interessante Konversation. Manche habe ich länger nicht gesehen, so ergibt sich ausreichend Gesprächsstoff. Mir fällt auf, und das habe ich ja im ersten Teil beschrieben, dass offensichtlich doch erheblich weniger Starter vor Ort sind als gemeldet sind. Trifft meine Vermutung doch zu, und wenn ich bedenke, dass aus unserer kleine Gruppe eine Person, also 25% fehlen, was natürlich nicht repräsentativ ist, wird die Abwesenheitsquote doch erheblich sein.

So kurz vor dem Start sind wir trotz der Januar-Kälte guter Dinge.IMG_0002.JPG

Wir reihen uns etwa in der Mitte des Feldes ein, wollen versuchen, soweit wie möglich zusammen zu bleiben.

Ich bin kribbelig wie lange nicht mehr, denn heute ist mein erster Wettkampf seit dem 5er beim Dortmunder Citylauf. Aber was ist denn bitte schön ein 5er? Wenn ich an früher denke….

Aber heute ist heute, und ich will versuchen, wie vorgenommen 4 Runden um diesen mir sehr wohl bekannten See zu laufen. Und das macht mich eben nervös.

Wir drei gehen das Rennen in ruhigem Tempo, das bedeutet für uns in einem Schnitt knapp über 7:00min/km. Alle, die schneller als wir zu sein glauben, lassen wir ziehen. Wir kennen unser Potential und wollen unsere Körner nicht sofort verbrauchen.

Ein fast unüberschaubarer Lindwurm schlängelt sich den Uferweg entlang. Und wir mittendrin. Ruhig und abgeklärt passieren wir die eindrucksvollen Villen und Einfamilienhäuser auf der Nordseite des Sees. In den Blick kommt die von mir heiß und innig geliebte Abraumhalde, die ich schon sehr oft – allein und mit Freunden – bezwungen habe. Doch jetzt lassen wir sie links liegen, überqueren die „innere“ Brücke des Weges und laufen auf der Südseite zurück zu Start/Ziel. Vorbei an der Bebauung der südwestlichen Seeseite mit den exklusiven Wohnungen, kleinen Geschäften und großzügigen Lokalen sowie Nicole und Monika, die uns lautstark anfeuern, laufen wir zum ersten Mal über die Markierungslinie mit Zwischenzeit in die zweite Seeumrundung. Fast das Gleiche wie bei ersten Runde, allerdings ist inzwischen das Läuferfeld weit auseinandergezogen, wir haben Platz ohne Ende, sind noch zusammen. Ich drossele wiederholt unser Tempo, wie gesagt körnersparend. Auf jeden Fall haben wir eine Runde geschafft, eine Runde im Kasten, wir haben eine Hausnummer. Jetzt kommen wir in die Wertung. Und mit 23:16 können wir zufrieden sein.

Wir laufen auch wieder an Gisbert vorbei. Das ist eine Figur, die seewärts gewandt in einem Vorgarten steht am Abzweig zu Phoenix West, mit immer derselben Kleidung – Anzug und Krawatte -, mit immer demselben Gesichtsausdruck und dem (fast) immer umgehängten BVB-Schal. Ich habe mich früher mal in einem Blog oder einer Geschichte mit ihm befasst, deshalb soll er heute nicht die besondere Rolle spielen.

Es ist auf dem asphaltierten Radweg, der natürlich jetzt von den Läufern beherrscht wird, noch immer leicht glatt und rutschig, sodass wir vorwiegend auf dem Fußweg laufen, der aus festgestampften Naturbelag besteht. Denn aufgrund meiner Knieproblematik habe ich wenig Lust auf den Sturz oder einen Ausrutscher.

Wir laufen immer noch zu dritt, haben uns im Blick, heben und senken gleichmäßig unsere Laufwerkzeuge und lassen den Blick über das weite Areal schweifen. Unser Schnitt beträgt nach wie vor 7:04 – 7:30 min/km. Das ist offensichtlich unser Wohlfühltempo, und so empfinden es auch Karola und Petra.

Gegen Ende der zweiten Runde deutet Karola an, sie finisht hier, die beiden Kurse sind ihr genug. Ok, ist ihr bei der empfindlichen Kälte auch nicht zu verdenken. Und Nicole und Monika harren immer noch aus und begrüßen uns lauthals. Sie haben sicherlich noch mehr Freunde auf der Strecke, die sie bejubeln.

Petra und ich sprechen sich kurz ab. Dritte Runde? Jau, also los. Die zweite Runde geht mit 23:32 an uns.

Während sich Karola im Nachzielbereich erfrischt, rundeln wir wieder um den See. Wir gewöhnen uns an die Aussicht, die sich wiederholenden Eindrücke, die immer zahlreicher werdenden Spaziergänger und die teilnahmslos am Ufer sitzenden Enten und Gänse. Gesprächsstoff haben wir genug, denn ich habe eine Menge am See erlebt. Ich erzähle Petra vom LiDoMa, den 50km Nachtläufen mit meinem Lauffreund Uwe und anderen sportlichen Highlights hier vor Ort. Ich versuche sie, noch mehr für das laufen zu begeistern als ich es ohnehin schon mache. Jetzt ist gute Gelegenheit, sie kann mir nicht davonlaufen.

Und so spulen wir auch diese Runde schon fast routiniert ab. Und gegen Ende stellen wir fest, dass die Zeit zur Aufnahme der vierten Umrundung dicke reicht. Obwohl Petra noch so viele Kilometer gelaufen ist, stimmt sie mir nach kurzer, wirklich sehr kurzer Überlegung zu, noch eine Umrundung zu laufen. Dass sie vielleicht ein Stück des Weges allein laufen muss, weil meine Knie sich wieder bemerkbar machen, stört sie nicht.

So setzt sie sich nach halber Runde erst leicht von mir ab. Der Abstand nimmt kontinuierlich zu, ich habe sie aber immer im Blick. Der letzte Kilometer naht, das verrät mir ein Blick zur Uhr, zu meiner Garmin 310 Super-High-Tec-GPS-Uhr, die mir wie immer ein treuer Begleiter ist, eng verbunden mit mir am Handgelenk.

Noch einmal an den Lokalitäten der Südwestseite entlang, eine 90°-Kurve in Richtung Seeende, dann noch einmal 90° um die Ecke, ich laufe aus der Runde, laufe auf die Zielmatte zu, überlaufe sie, geschafft.

Karola steht an der Ziellinie, empfängt mich mit einem breiten Lächeln. Das Bild sagt, so finde ich, alles: Ein freudestrahlender Finisher mit 13 Kilometern auf dem Tacho. Der Lauf hat gut getan, ich fühle mich wohl, die Strecke ist ok. Ptetra läuft 2 Minuten vor mir durchs Ziel, auch sie ist sehr zufrieden und freut, die bisher längste Strecke ihres Lebens ohne Beschwerden durchgelaufen zu sein. Jetzt gilt es erst einmal, die Finisherpräsente abzuholen.

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Diese bestehen aus einer geschmackvollen Erinnerungstasse  und einer leeren Brötchentüte. Hier werden zwei Brötchen eingefüllt, die wir uns umsonst in der Bäckerei des Sponsors abholen können. Dass ich auch noch Kuchen für die beste Ehefrau der Welt und mich zum Sonntagskaffee mitnehme, versteht sich von selbst.

Gut gelaunt und angereichert mit vielen, vielen Endorphinen fahren wir wieder nach Hause. Ein schöner Vormittag am Phoenixsee geht zu Ende

 

 

 

 

 

 

Neujahrslauf 2017 am Phoenixsee

Neujahrslauf 2017 am Phoenixsee

Erster Versuch am 8. Januar

In der zweiten Jahreshälfte 2016 hat sich aus Absolventinnen unseres Anfängerkurses sowie Quereinsteigerinnen eine kleine Laufgruppe gebildet, die an den Trainingsabenden in unterschiedlicher Besetzung um die 5 Teilnehmer ausmacht. Ich habe mich dieser Gruppe als einziger Mann angeschlossen, da hier mein Lauftempo und auch meine Distanzen vorzüglich „gepflegt“ werden. Inzwischen hat sich das Leistungsvermögen auf einem Niveau so stabilisiert, dass durchaus mal Wettkämpfe als Motivationsschub eingestreut werden können.

Meine Lauffreundinnen wollen sich deshalb gleich zu Beginn des Jahres 2017 einer enormen Herausforderung stellen: Teilnahme beim Neujahrslauf am Phoenixsee in Dortmund-Hörde. Der Lauf soll am 8. Januar, also eine Woche nach Neujahr in vierter Auflage durchgeführt werden. Letztendlich treffen Petra, Karola und Mareike den Entschluss teilzunehmen. Nach einigem Zögern entschließe ich mich aufgrund der Erfahrungen beim Silvesterlauf in Unna (s. Bericht) auch für den Lauf, denn der hat etwas, was die meisten anderen Läufe nicht haben, und das mir sehr gelegen kommt.

In der Ausschreibung liest sich das nämlich so, wie ich es treffender und pointierter kaum formulieren kann:

Du entscheidest dich erst während des Laufes, welche Distanz Du laufen möchtest. Fühlst Du dich nach der ersten Runde noch fit genug, biegst Du einfach in die Zweite ein und kommst automatisch in die 2-Rundenwertung.
Solltest Du nach der zweiten Runde auch noch nicht genug haben, läufst Du einfach weiter und kommst in die 3-Rundenwertung, usw.
Zeitlimit: 90 Minuten nach dem Start können keine weiteren Runden mehr gestartet werden; Angefangene dürfen natürlich zu Ende gelaufen werden und kommen noch in die Wertung.

Das finde ich sehr sympathisch, diese Regel nimmt für mich etwas den Druck aus dem Kessel. Um den See bin ich x-Mal gelaufen, davon habe zig-Mal die Halde, die aus dem Abraum des Sees gebildet ist, über den Serpentinenweg bezwungen. Sogar einen LiDoMa hat es hier gegeben, und mein Lauffreund Uwe und ich sowie einige andere Laufbegeisterte sind 50 km immer rund um den See gelaufen. Aber das ist eine andere Zeit, vielleicht für mich nie mehr erreichbar. Umso mehr bin ich erfreut, an dieser Stätte mal wieder einen Wettkampf unter meine Laufwerkzeuge nehmen zu können.

Lauffreundin Mareike erledigt für unsere Gruppe das Administrative, sprich Anmeldung, Zahlung der Startgelder – die sie natürlich von uns bekommt – und Bestellung des Erinnerungsshirts. Auch das Motto, das auf diesen gedruckt wird, ist maßgeblich von ihr beeinflusst: We never run alone.

Am Dienstag vor dem Lauf trainiere ich auf meiner uralten Hausstrecke – Stichwort Schweineberg -, ob ich in der Lage bin, innerhalb der Karenzzeit vier Runden zu laufen. Das wären 4 x 3,25 KM (Eine Runde) = 13 KM nach den Gesetzen des kleinen Einmaleins. Machbar oder besser laufbar, stelle ich nach meiner Generalprobe fest. Die vierte Runde müsste ich vor Ablauf der 90 Minuten beginnen können.

Das freitägliche Training nutzen wir, um uns die letzten Körner anzueignen. Sieben Kilometer im Zuckeltrab reichen.

Aber wir haben die Rechnung ohne den Wirt, sprich das Wetter gemacht. Sorgenvoll blicken wir auf die Wetterkarte oder lauschen wir den Worten der Meteorologen. Für Samstag wird ein Kältesturz mit Eisregen prognostiziert, was zu Glätte, ja sogar Blitzeis führen soll. Kaum zu glauben, ist es doch am Freitag noch klar und trocken.

Samstagabend, 7. Januar,  um 20:44 Uhr dann über Facebook die Nachricht des Veranstalters, beruhigend:

 

Hallo liebe Läufer, 

die Lauf- und Gehwege rund um den Phönixsee werden vom örtlichen Streudienst bewirtschaftet. Wir geben alle unser Bestes damit die Veranstaltung wie geplant stattfinden kann. Wir werden euch morgen früh um 06:00 Uhr ein kurzes Update dazu geben.
Wir wünschen euch allen eine gute und sichere Anreise und freuen uns trotz der Witterungsverhältnisse auf einen schönen Neujahrslauf.

Liebe Grüße euer Neujahrslauf-Team

Diese Meldung verbreitet sich in Windeseile, und auch unsere Gruppe wartet einigermaßen erwartungsvoll auf den Sonntagmorgen.

Ich gehe noch mal kurz vor unsere Haustür, ein Schritt, ein Rutsch, schnell wieder zurück in die warme Stube. Ich bin pessimistisch wegen morgen, packe dennoch routiniert und unaufgeregt wie zu alten Zeiten meine Tasche.

Sonntagmorgen, 8. Januar, 6:30 in Dortmund. Karola postet die via Facebook verbreitete Meldung des Organisators:

Guten Morgen liebe Läufer,

bis zur letzten Minute haben wir gehofft den 4. Dortmunder Neujahrslauf wie gewohnt durchführen zu können. Nach der abschließenden Streckenbegehung sind wir leider gezwungen den Lauf kurzfristig abzusagen, da die Strecke noch immer zu vereist ist.
Wir stehen mit der Stadt in Verbindung und versuchen euch direkt am Montag einen Ersatztermin nennen zu können. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Wir bitten um euer Verständnis.

Liebe Grüße
euer Neujahrslauf-Team

 

Wir vier sind natürlich dank WhatsApp sofort in einer lebhaften Debatte. Im Grunde handelt es sich um eine vernünftige Entscheidung, die wir auch akzeptieren und gutheißen. Wenn auch der Weg um den See vom Eis befreit sein sollte, bleibt immer noch das Risiko der Anfahrt. In unserer Straße wie auch sonst allerorten ist schwer zu fahren, denn gestreut wird in Anliegerstraßen nicht. Und außerdem steht die Eisbeseitigung rund um den See nicht an oberster Stelle der städtischen Prioritätenliste. Hier ist man vielmehr daran interessiert, die Haupt- und Verbindungsstraßen eisfrei zu halten.

Allerdings hat die Absage auch eine Kehrseite. Können denn alle LäuferInnnen, die gemeldet und das Startgeld bezahlt haben, auch an dem Ausweichtermin an die Startlinie treten? Viele kommen von außerhalb, einige müssen sicherlich arbeiten und wiederum andere haben sonstige Verpflichtungen. 

Ach ja, ich verkrieche mich wieder ins Bett, zur Ruhe komme ich jedoch zunächst nicht. Zuviel geht mir durch den Kopf, außerdem fließt noch viel Adrenalin durch den Körper. Irgendwann schlafe ich doch wieder ein. Den Tag verbringe ich mit Faulenzen. Muss auch mal sein.

Gespannt warte ich auf den Montag, den Tag der Entscheidung. Falls ich am neu angesetzten Lauf starten kann, wirst Du hier einen Eintrag finden.

Bis dann

im grünen Tann

Wolfgang

 

Neujahrslauf 2017 am Phoenixsee

Silvesterlauf 2016 in Unna

 

Eigentlich kenne ich derzeit nicht mein läuferisches Leistungsvermögen. Denn ich laufe meist allein, mitunter jedoch mit einer bunten und lustigen Frauengruppe, die sich vorwiegend aus Teilnehmerinnen unseres Anfängerkurses zusammensetzt. Und bei all diesen Trainingseinheiten stehen Distanz und Geschwindigkeit nicht unbedingt im Vordergrund.

Mir fehlen aber die sportliche Herausforderung, der Druck und der nötige Biss, seit ich mit meinen Freunden nicht mehr trainieren kann. Ist eben so, daran kannst Du nichts machen.

Deshalb kommt für mich auch kein Wettkampf über eine längere Distanz infrage. Deshalb strebe ich auch den von mir sehr geschätzten und geliebten Silvesterlauf von Werl nach Soest über 15 Kilometer an, den ich immerhin 18mal bestritten habe.

Und so erfreut es mich umso mehr, als ich etwa Anfang Dezember eine Mail meines Lauffreundes Uwe erhalte, die die Anmeldung zum Silvesterlauf in Unna beinhaltet, der wie immer an der Katharinenschule stattfindet. Er möchte die Gelegenheit gern benutzen, wieder einmal mit mir zu laufen. Wir sind bereits im Vorjahr hier gelaufen, kennen also die Strecke. Allerdings würde die diesjährige Teilnahme eine wahre Energieleistung bedeuten.

6, 8,13 – das sind nicht etwa meine Glückszahlen, die mir Geldgewinne und Sachpreise in jedweder Form versprechen. Nein, hier handelt es sich um die angebotenen Strecken des Veranstalters, des TV Unna.

Klar, ich laufe für mich Distanzen, die größer sind. Diese allerdings sind oft mit Gehpausen gespickt, so wie mir gerade zumute ist. Nun muss man sich bei diesem Lauf nicht von vornherein auf eine bestimmte Strecke festlegen. Vom Vorjahr her weiß ich, dass sich jeder Teilnehmer während des Laufes entscheiden kann, wie weit er laufen möchte. Unterwegs sind an Abzweigungen Hinweisschilder aufgestellt, die der Entscheidungshilfe dienen. Ob es in diesem Jahr auch so gehandhabt wird? Warum eigentlich nicht, denn zu einer Änderung besteht kein Anlass. Und die wird mir auch beim Blick auf die Internetseite bestätigt. Also, the same procedure as last year.

Soll ich melden, soll ich nicht? Es ist wie beim Abzählen der Blüten eines Gänseblümchens. Doch nicht so ganz. Denn eigentlich, tief in mir, deep in my heart sozusagen, keimt der Wunsch, oder besser der Wille, einerseits nach dieser sportlichen Herausforderung, andererseits aber mal wieder nach einer gemeinsamen Aktivität mit Uwe. Und genau so betrachtet es auch die beste Ehefrau der Welt. Sie kennt meine Gemütslage nach der entbehrungsreichen Zeit aufgrund verschiedener Zipperlein. Sie versteht mein Verlangen, ja sogar eine Art Sehnsucht.

Also Aufrufen der Internetseite des TV Unna, Anmeldung eintippen (mutig und verwegen kreuze ich die 13 Km-Strecke an), Meldung absenden und Überweisung des Startgeldes vornehmen. Bemerkung am Rande: Die Angabe der KM-Zahl ist für den Druck auf der Urkunde erforderlich, die vor dem Lauf schon ausgedruckt wird. Das hat nichts mit der Endgültigen Entscheidung über die tatsächliche Laufdistanz zu tun.

Bis zum Silvesterlauf bemühe ich mich, mehrere Trainingsläufe bis 13 KM zu absolvieren. Ich laufe i.d.R. mittags, wenn es hell ist und der Weg vor mir sichtbar ist. Das finde ich besser, als im Dunkeln mit Leuchtweste und Stirnlampe durch die Gegend zu stapfen und zu allem Überfluss auch noch durch die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge geblendet zu werden.

Fazit: ich laufe derzeit verhalten, aber dennoch einigermaßen ambitioniert.

Am letzten Tag des Jahres fahren Uwe und ich nach Unna. Frühzeitig sind wir vor Ort, so dass wir noch einen günstigen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Start-/Zielbereiches ergattern können. Das wir vorangemeldet sind, brauchen wir uns auch nicht in die lange Schlange der Nachmelder einreihen. Unser Gepäck können wir im Meldebüro deponieren. So genießen wir die verbleibende Zeit bis zum Start bei netten Gesprächen unter Läufern.

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Zu unserer Freude ist auch unser LWTler Martin angereist. Mit ihm zu Laufen dürfte allerdings kaum gelingen, er ist zumindest mir einfach zu schnell. Wir nehmen ihn in unsere Mitte, großzügig wie wir nun mal sind. Zu einem gemeinsamen Bild reicht es allemal.

 

 

Die Zeit schreitet voran, und wir müssen uns zum Startplatz vor der Schule begeben. Es ist erstaunlich, wie viele Läuferinnen und Läufer sich eingefunden haben. Von über 1000 Teilnehmern ist die Rede. Und das bei einem Lauf, bei dem mangels offizieller Zeitnahme jeglicher Wettkampfcharakter fehlt. Vielleicht ist es gerade das, was sie Leute suchen. Bewegung am Jahresende, aber bitte ohne Stress, einfach nur aus Spaß am Laufen.

Ich befinde mich in der Mitte des Starterfeldes. Da Uwe mit mir laufen will, sich meinem Tempo anpassen will, suche ich ihn in meiner Umgebung. Leider zunächst vergeblich. Ein sicherlich bedeutender Vertreter der Stadt Unna startet das Rennen.
Nach wenigen Metern holt Uwe mich ein, sodass wir von nun an als Minigruppe zu bezeichnen sind.

Wir laufen die Bornekampstr. in südlicher Richtung unter der B1 und der A44 durch, bewältigen 26 Höhenmeter. Ich muss durchschnaufen, nur nicht zu sehr überpacen, möglichst im aeroben Bereich bleiben, lautet die Devise. Der Weg ich noch weit. Doch das ist leichter gesagt als getan. Also reduziere ich mein Tempo, das ohnehin schon über der Marke von 7 Min/km liegt. Und Uwe läuft immer noch neben mir. Und die Bornekampstr. zieht sich, ihrem Namen alle Ehre machend, weit in Richtung Billmerich.

Nach der Jakobsquelle mündet die Straße in den Weg „Zur Österwiese“ ein. Und wenn Du denkst, wir haben alle Höhenmeter gemeistert, muss ich Dich eines Besseren belehren. Bis Kilometer 3 sind noch einmal 21 Meter, als „Höhe+“ bezeichnet, unter unsere Laufwerkzeige zu nehmen. Kurz vorher besteht die Möglichkeit, an einem Punkt zu wenden und zurückzulaufen. Uns kommen schon die ersten „Kurzstreckenläufer“ entgegen. Die habe es gut, die sind auf dem Rückweg, zurück zum Fahrzeug und zur Wechselwäsche. Das gilt aber nicht für Uwe und mich. Die erste Entscheidung ist gefallen: Wir laufen weiter

Nach einer kleinen Umrundung eines Waldes auf einem nicht näher bezeichneten Wirtschaftsweg steht die zweite Entscheidung des Tages an: 8 oder 13 Kilometer. Auch hier wieder ein gemeinsamer Beschluss zwischen Uwe und mir, wir laufen die 13. Wir waren es gewöhnt, bei einem Angebot unterschiedlicher Distanzen bei der Meldung immer die längste Strecke zu wählen. So handhaben wir es hier auch. Leider wird ab Abzweig zu den 13 Kilometern die Zahl der Teilnehmer sehr überschaubar. Wir wähnen uns allein auf weiter Flur, zumal wir auf den Höhen des Haarstranges weite und freie Sicht haben. Das spüren wir auch deutlich an der Zunahme der Windgeschwindigkeit. Der fährt uns mächtig in die Kleidung, zerrt am warmen Shirt. Zu allem Überdruss muss ich nun die ein oder andere Gehpause einlegen mit der Gefahr auszukühlen. Und Uwe läuft immer noch neben mir. Es ist auch für ihn eine Herausforderung, in meinem Zuckeltrab mitzuhalten.

Aber getreu dem Motto, vereint laufen macht stark, muntern wir uns gegenseitig mit Geschichten aus der Vergangenheit auf. „Weißt Du noch, wie wir hier vor einigen Jahren beim Nostalgie 100er durchgelaufen sind? Hier hörte es auf zu regnen, nachdem wir während der Nacht im Dauerregen gelaufen sind, nur hin und wieder abgelöst von Wolkenbrüchen.“

Wir laufen weiterhin den 7:10er bis 7:30er Schnitt. Mehr ist für mich heute nicht drin. Und Uwe läuft immer noch neben mir. Wir sind wohl die letzten Läufer, die noch unterwegs sind. Die 2 Stunden Grenze bis Zielschluss werden wir locker schaffen.

Die Zahl der Streckenposten, die an den jeweiligen Abbiegungen den rechten Weg weisen, wird immer geringer. Ich habe das Gefühl des hinter uns fahrenden Besenwagens, den es in Wirklichkeit natürlich nicht gibt.

„Zum Eichborn“ und „Auf’m Klei“ lauten die Namen der Wirtschaftswege, die außer der einheimischen Bevölkerung niemandem bekannt sein dürften, und die wir auch schnell wieder vergessen werden.  Hauptsache, wir sind dort und laufen die längste Strecke der Veranstaltung.

Meine Knie melden sich. Sie wollen nicht mehr laufen. Es sind für sie genug Kilometer abgespult. Das bedeutet, wieder Gehpausen einlegen und Körner sammeln. Und Uwe läuft immer noch neben mir.

Uwe muntert mich immer wieder mit kleinen Anekdoten, die bei mir Erinnerungen auslösen, auf. Ja, schön war’s. Aber heute ist heute, und wir müssen die lange Bornekampstr. wieder zurücklaufen. Es sind zwar mehr Meter „Höhe-“, aber auch bergab kann der Weg ganz schön lang sein.

Irgendwann unterqueren wir wieder die B1, wir sehen die Schule, wir sehen die Menschenmassen, die uns am Straßenrand stehend empfangen, die La Ola Welle wird dargeboten. Doch leider ist dies nur ein Traum, die Schule oder besser der Schulhof ist fast menschenleer, in einer Ecke der Pausenhalle drängen sich einige Menschen um die Glühweinkocher. Einige unserer Freunde sind jedoch geblieben, harren aus, bis auch wieder gefinished haben. Und Uwe läuft bis zum letzten Schritt neben mir. Da keine offizielle Zeitnahme erfolgt, drücken wir unsere Uhren nach Gutdünken mit Erreichen des Schulhofes ab. Gut 90 Minuten haben wir benötigt.

Wir genießen gemeinsam mit unserIMG_0406.JPGen Freunden einen Becher Glühwein (alkoholfrei?)

Entspannt und zufrieden fahren wir nach Hause. Die beste Ehefrau der Welt freut sich mit mir über den gelungenen Lauf in Unna. Und Uwe bin ich sehr dankbar, dass er mit mir gefroren und gegangen ist.

 

Was bringt mir das neue Jahr? In Kürze weiß ich mehr.

Silvesterlauf 2016 in Unna

Kleine Schritte

Lieber Leser,

morgen, amSonntag, den 11. September, ist es wieder einmal soweit. Nach langer Zeit der Abstinenz werde ich wieder am City-Lauf in Dortmund teilnehmen. Zwar laufe ich die „Kurzstrecke“ von 5 KM, aber ich taste mich wieder an den normalen Trainingsbetrieb heran. 5 Kilometer, das mag für den einen oder die andere unter der Wahrnehmungsschwelle liegen, ich aber bin heilfroh, zunächst über diese Distanz laufen zu können. Klar, ich wäre lieber mit meinen Lauffreunden in Münster Marathon gelaufen, aber davon bin ich weit weg. Der Weg der kleinen Schritte, der ist es, der mir Auftrieb gibt.

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Viele von Euch wissen, dass ich bereits vor einiger Zeit in Höingen und auch beim Firmenlauf in Duisburg wieder Wettkampfluft geschnuppert habe. Und nun ein neuer Versuch, ein Test, um endlich längere Distanzen anzugehen. Ich wäre über eine Zeit so um die 35 Min, die ich im Training über diese Distanz geschafft habe, sehr froh

Heute sind die beste Ehefrau der Welt und ich in der Dortmunder City unterwegs gewesen, um u. a. die Startnummern für die beste Tochter der Welt und mich abzuholen.

Ich kann Dir sagen, ich bin dermaßen kribbelig und aufgedreht wie zu besten Marathonzeiten. Na, wir werden ja sehen, wie es morgen wird. Start für mich ist um 13:30 Uhr, hoffentlich ist es nicht allzu warm, denn das mag mein Körper überhaupt nicht.

Bis dann

im grünen Tann

Wolfgang

Kleine Schritte

Firmenlauf in Duisburg mit Anlauf, Teil 3

Lieber Leser,

schon vor Überlaufen, oder besser Überschreiten, der Startlinie ist mein funkelnagelneues T-Shirt schon durchgeschwitzt. Liegt es an meiner Nervosität oder der Hitzeausstrahlung meiner Nachbarn im „Wartebereich“ vor dem Start? Ich weiß es nicht, es ist auch müßig, darüber zu spekulieren. Es ist eben so.

Die ersten Schritte in der Köhnenstr. fallen mir leicht, denn das intensive in mich Hineinhören signalisiert: Alles ist gut, die Systeme laufen im grünen Bereich. Rechts und links der Straße säumen zahllose Zuschauer die Strecke. Das Interesse am Zuschauen ist trotz der großen Hitze enorm.

Ich beginne in einem Schnitt knapp oberhalb der 6 Min/KM. Wir laufen in Verlängerung der Köhnenstr. durch die Gutenbergstr. und biegen rechts in die Poststr. und deren Verlängerung Oberstr. ein. Leichtes Gefälle bestimmt das Profil, ich kann sogar noch an Tempo zulegen. Wau, der Kilometer 1 am Stapeltor bei 6:23 Min. Das ist doch schon mal eine Ansage. Und der Schweiß fließt in Strömen. Aber genau das habe ich gewollt, der Schweißfilm auf der Haut,  der macht’s für mich.

Kurze Zeit später erreiche ich den Philosophenweg. Der Name ist Programm, warum auch immer. Bevor dieser Weg nach rechts abknickt, laufen wir auf einem unbefestigten, teils mit Kopfsteinpflaster versehen Weg nach links parallel zum „Am alten Wehrgang“. Die Feuerwehr hat eine Sprinkleranlage installiert, um die hitzegeplagten Körper abzukühlen. Ich laufe seitlich daran vorbei, denn jetzt einen Schwall kalten Wassers über den Kopf zu bekommen, würde mich im wahrsten Sinne des Wortes schocken. Und das ist nicht gut.

Der Untergrund ist für mich schwierig zu belaufen, ich bevorzuge asphaltierte Flächen mit glattem, geradem Untergrund. Insofern bedeutet dies mir mich: Tempo reduzieren. Trifft sich ganz gut, denn jetzt muss ich doch dem Anfangstempo Tribut zollen und kleinere Verschnaufpausen einlegen. Zeit zum Durchatmen bleibt aber nicht, denn unmittelbar nach Verlassen des „trailigen“ Weges am Johannes-Corputius-Platz und Durchlaufen Flachsmarkt und wiederum Poststr., allerdings in entgegengesetzter Richtung, nach Kilometer 2 (7:35 Min)  steht die wohl einzige Steigung der Strecke an. Meine Garmin Super-High-Ted-GPS-Uhr wird mir später bei KM 3 einen Höhenunterschied von 8! Metern anzeigen, für mich wieder eine Gehpause einzulegen, denn einen Großteil der Strecke habe ich nun hinter mir.

Verlängerung der Poststr. ist die Steinsche Gasse.  Und danach laufen wir auf oder neben der Friedrich-Wilhelm-Str. bis eben Kilometer 3. Meine Uhr stoppt für mich genau 8 min/km. Von letztgenannter Str. biegen wir links in die Tonhallenstr. ein. Auch hier, wie übrigens fast durchgängig viele, viele Menschen, die uns anfeuern und sich mit uns freuen. Meine Uhr fängt an zu zicken oder ich komme aus der Spur, jedenfalls laufe ich nach den GPS-Signalen neben der Straße, und das auch noch, als ich in die Königstr. einbiege, um nach rechts in den Kohlenwall hinein zu laufen, der mich zurück zur Köhnenstr. führt. Der Kreis schließt sich, ich nähere mich dem Start, der treffenderweise in umgekehrter Richtung auch das Ziel bildet. Kilometer 4 laufe ich in 7:45 min, und die letzten Körner hebe ich mir für den Schlusssprint auf.

Noch einige Sekunden und in amtlich gestoppten 30:27 min finishe ich. Ich habe meinen inneren Schweinehund und die Hitze besiegt, das ist doch was.

Ich bekomme eine geschmackvolle Medaille und genieß das reichliche Angebot des Läuferbuffets.

Uwe, der lange vor mir das Ziel erreicht hat, erwartet mich. Ein gelungener, aber harter „Arbeitstag“ geht zu Ende. Wenn möglich, auf ein Neues? Warum nicht.

Bis dann

im grünen Tann

Wolfgang

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Firmenlauf in Duisburg mit Anlauf, Teil 3

Firmenlauf in Duisburg mit Anlauf, Teil 2

Lieber Leser,

wir machen uns also auf den Weg zum Start. Dabei müssen wir uns durch Unmengen an Menschen vorbei bewegen, kreuz und quer, immer ausweichend, denn neben den Athleten sind natürlich viele Freunde, Bekannte und Verwandte sowie allgemeine Zaungäste zum Zuschauen gekommen. Jeder will uns laufen und vielleicht auch ob der großen Hitze leiden sehen.

Ich treffe  Andreas vom LT Wischlingen. Für intensivere Gespräche  fehlt die Zeit, und nach dem Lauf wird der Kontakt fehlen. So ist das nunmal bei einer Großveranstaltung. Immerhin sind nach Angaben des Veranstalters ca. 6000 Läuferinnen und Läufer gemeldet. Die Zahl wird  sicherlich nach unten korrigiert, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Vorangemeldeten auch wirklich laufen werden. Die Hitze ist einfach zu groß. Nicht umsonst wird durch die Moderatoren auf der Bühne mantrahaft der Appell wiederholt, nicht zu schnell zu laufen, das Tempo zu reduzieren und die angebotene Wasserstelle bei KM 2,2 zum Trinken unbedingt zu nutzen. Auch die Entscheidung, die Streckenlänge auf 4,2 KM einzudampfen, wird mehrmals kommuniziert. Alles richtig, sage ich mir, obwohl ich jetzt wegen einer „Kurzstrecke“ bis zum Veranstaltungsort sehr lange unterwegs bin. Nach Dortmund, zurück in heimatliche Gefilde, wird mich Uwe mitnehmen.

Ich erwähnte bereits, dass ich als Gast der Veranstaltung beiwohne. Es wird deshalb niemanden verwundern, mich mit der Startnummer einer anderen Person laufen zu sehen, was sich dann natürlich auch in der Ergebnisliste entsprechend niederschlägt.

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Ein Blick auf den Nachzielbereich sei schon jetzt gestattet. Unmengen von Medaillen und Getränkeflaschen, Cola, Radler und Mineralwasser, sowie tonnenweise Energieriegel warten auf uns nach dem Zieleinlauf. Ich bewundere die Ordnung und Übersicht beim Aufbau, denn eins ist klar: Nach Zieldurchlauf will jeder Aktive schnellstmöglich erfrischt und beköstigt werden.

 

Obwohl nur ca. 4,2 KM gelaufen werden, ist von einem hohen Getränkebedarf auszugehen.

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Auch wenn mir schon recht warm ist, habe ich das Bedürfnis, einige Schritte vor dem Start zu laufen, allein auch deshalb, um den Zustand meiner Knie zu testen. Alles bleibt ruhig, alles im grünen Bereich, lediglich ein leichter dumpfer, aber in meinen Augen unbedeutender Druck ist zu spüren. Ich halte es mit der Aussage des Orthopäden meiner Wahl: Wenn die Beschwerden zu groß sind, hörst Du schon von alleine auf. Aber jeder Versuch macht klug, oder so sagt der Volksmund.

Der Startbereich ist schon gut gefüllt, als ich mir im hinteren Teil des Feldes meinen Platz suche. Zu der Hitze kommt noch die Körperwärme der Athleten, ich schätze die Temperatur im Teilnehmerfeld auf mindestens, wenn nicht sogar auf, naja, Du weißt schon, es ist grenzwertig.

Ungeduldig warte ich auf den Startschuss. Zunächst werden noch einige Reden gehalten, an deren Inhalt ich mich aber wirklich nicht erinnern kann. Es rauscht an mir vorbei, ich konzentriere mich auf den Start, auf den Beginn eines kleine Abenteuers mit ungewissem Ausgang.

Endlich wird der Countdown angezählt. Schon geht es los. Auf der Großbildleinwand neben der Bühne sehe ich, dass vorne sofort gas gegeben wird. In meinem Bereich ist noch alles ruhig, ganz allmählich und im Schlendergang bewegen wir uns Richtung Start. Da in die Startnummer ein Chip zur Zeiterfassung eingearbeitet ist, muss ich meine Garmin Super-High-Tec-GPS-Uhr auch erst beim Überlaufen der Startmatte aktivieren. Und bis zur Matte benötige ich ca. 4 Minuten, auch wenn es mir wie Stunden vorkommt.

Tja, und wie es mir weiter ergeht, das erzähle ich Dir im dritten Teil.

Bis dann

im grünen Tann

Wolfgang

 

Firmenlauf in Duisburg mit Anlauf, Teil 2